Januar 2022   das neuste aus Kenia 

Regierung in Kenia will Waisenhäuser abschaffen

 

Seit ca. vier Jahren gibt es Meldungen, daß in Kenia die Waisenhäuser stillgelegt werden sollen. Diese Botschaften erreichen uns immer wieder. Unsere Heimleiterin, Joyce, trifft sich regelmäßig mit den anderen Führungskräften aus Waisenhäusern. Dort werden neue Gesetzte, Verordnungen und Richtlinien mit den Teilnehmern besprochen. In diesen Gesprächsrunden werden auch Informationen ausgetauscht. So wird von den Jugendämtern immer behauptet, daß man in Kenia keine Waisenhäuser braucht, da es keine hilfsbedürftigen Kinder gibt. Diese Aufnahmestationen sind nur Geldmachereien. Aus diesem Grund haben wir immer wieder Probleme, wenn wir von Waisenkindern erfahren, die alle Papiere besitzen (Geburtsurkunde vom Kind, Sterbeurkunden der Eltern) und wir sie denoch nicht aufnehmen dürfen. Im Gegenzug aber, wenn das Jugendamt von der Polizei oder aus dem Krankenhaus Kinder zugestellt bekommen, fragt uns das Amt, ob wir die Kinder aufnehmen können. Über diese Schiene bekommen wir dann die Schützlinge und schon werden Waisenhäuser benötigt. Siehe unseren letzten Zugang, Baraka, der als Neugeborener von der Mutter in einer Latrine abgelegt wurde. Dann wurden wir vom Jugendamt gefragt, ob wir auch einen Säugling aufnehmen können. Wir konnten. Baraka wurde von uns mit "Nan-Milch" versorgt und es geht ihm sehr gut.

 

Zu diesem Thema gibt es einen Bericht aus dem "Spiegel", den ich als Link angefügt habe. Bitte diesen Bericht einmal durchlesen. Man spricht von "prekären Kinderheimen, die oft Verwahranstalten sind", "Orte des Grauens", "Geschäftemachereien sind", "freiwillige Helfer müssen viel Geld bezahlen".

Ob es soetwas in Kenia gibt, kann ich nicht behaupten. Unsere Volontäre müßen weder Geld für die Unterkunft, noch für ihre Arbeit und auch nicht für ihr Essen bezahlen. Es ist zu lesen, daß die "Renovierungen nicht durchgeführt werden, damit neues Geld fließt". "Heime arbeiten ohne Lizenzen". Unsere Überprüfung von den Ämtern war im letzten Jahr und wir sind für die nächsten

3 Jahre zertifiziert. Ich bin sehr froh, daß wir ein offenes Haus haben, daß jederzeit von jedem besucht werden kann.

 

Der Gedanke dieser Reform ist, daß man Waisenkinder in einer intakten Familie integrieren möchte. Es ist ein toller Ansatz, der schlecht durchzuführen ist. Sowie diese Pateneltern dafür Geld bekommen, werden viele versuchen sich zu melden, um an das Geld zu kommen. Nicht aber zum Wohl des Kindes. Unbestritten wäre eine gut funktionierende Familie das Beste für ein Kind. Ob es sich umsetzen läßt werden wir erst in vielen Jahren sehen.

 

Zum Abschluß noch etwas erfreuliches. Ein paar Fotos vom Neujahrsessen unser verbliebenen Kinder. Am Montag hat der Schulbetrieb begonnen.

 

Liebe Grüße von Detlev aus Kenia und bleibt gesund 

 

https://www.spiegel.de/ausland/kenia-will-kuenftig-pflegeeltern-statt-waisenhaeuser-daheim-statt-heim-a-2fdce26e-84fd-4144-b85c-197c2b61b34c

 

Weihnachten im Kinderheim

 

Ganz anders wie bei uns feiern unsere Kinder im Heim,  für sie wurde eine spezielle Speise, in einem für uns möglichen Rahmen gekocht.

 

Von den 49 Schützlingen konnten wir 33 zu den Verwandten schicken.

16 verbleiben im Heim, da sie kein gutes Umfeld haben oder aber die Familienmitglieder zu weit entfernt leben.

In diesem Jahr sind die Ferien verkürzt, also nur 2 Wochen.

 

In der letzten Woche konnten wir durch Spenden ein besonderes Essen für die Kinder auf den Tisch bringen.

Es gab Pilau, ein Reisgericht, mit Hühnchen, Salat, Früchte und Getränke. 

Auch zum Silvester haben wir uns etwas besonderes ausgedacht, damit die Verbliebenen eine extra Freude haben. Es gibt am Neujahrstag auf Wunsch der Kinder Hähnchen mit Pommes, Ketchup, Salat und verschiedene Getränke. 

 

Wir hatten im Dezember Gäste aus Deutschland in unserem Hotel, die auch mit Interesse unser Waisenhaus besichtigten. Sie waren sehr begeistert von unseren Einrichtungen und machten eine großzügige Spende für die Kinder.

Mit diesem Betrag können wir das Neujahrsessen zur Freude der Waisen ermöglichen.

 

Vielen Dank im Namen der Kinder, sie werden es geniessen.