Oktober 2020 Das neuste aus Kenia zur Corona-Situation

 

Am letzten Samstag 10.10.2020  war ich (Detlev Dreistein)  zum ersten Mal seit 7 Monaten wieder im Kinderheim.

 

Ich holte mir erst die Genehmigung von unserem Vorsitzenden und dann von der Heimleitung.

Ich wurde von allen sehr herzlich empfangen und sie fragten nach meinem Wohlbefinden und was ich in der letzten Zeit tat.

Die Begrüßung fand ohne Handschlag und ohne Umarmung statt.

Ein kleiner Junge wollte mir die Hand geben, aber ich verneinte es. Da meinte er, er hat sich gerade desinfiziert!

Nach Corona hatten wir 13 Kinder und es kamen immer wieder mehr dazu, da die Verwandten kein Geld hatten um die Kinder zu versorgen.

So hatten wir zuletzt 23 Schützlinge.

 

Da seit letzten Montag die Abschlussklassen (Grundschule 4. und 8. Klasse, sowie Hochschule Form 4) wieder unterrichtet werden, weil sie auf die Prüfungen vorbereitet werden, beherbergen wir zur Zeit ca. 40 Kinder.

 

Wir werden sehen, wann die anderen Schüler wieder kommen dürfen.

 

 

Präsidentenansprache vom  02.10.2020

 

Uhuru Kenyatta hat am Montag zu seinem Volk gesprochen und die neuen Richtlinien bekannt gegeben:

 

• Die Ausgangssperre gilt jetzt von 23 Uhr bis 4 Uhr.

• Gaststätten, Bars ist erlaubt zu öffnen und Alkohol bis 22 Uhr auszuschenken.

• Hochzeiten, Beerdigungen und Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen.

• Universitäten und Hochschulen dürfen als Erste wieder öffnen.

 

Eine schrittweise Wiedereröffnung der Schulen wird vorbereitet. Zuerst dürfen die Lehrkräfte die Ausbildungsstätten betreten um alles vorzubereiten. 

 

Dies darf ab Montag, dem 05.10.2020 geschehen.

Die Räume werden begast und somit desinfiziert. Punkte um Hände zu waschen müssen eingerichtet werden. Desinfektionstellen müssen vorhanden sein. Beschilderungen müssen angebracht werden.

Die Lehrkräfte müssen die Präventionsregeln von Covid-19 erlernen. Alle Massnahmen werden vor Eröffnung der Bildungsstätten von den Gesundheitsbehörden überprüft. Als nächster Schritt sollen die oberen Grundschulklassen geöffnet werden.

Man rechnet damit, dass alle Grundschüler im Januar 2021 wieder unterrichtet werden können.

 

Es gibt noch erhebliche Bedenken von Seiten der Eltern, denn die meisten waren oder sind arbeitslos, hatten keinen oder nur sehr geringen Verdienst.

Womit sollen diejenigen, die noch keine Schulgebühr im Vorraus entrichtet haben, das Geld hernehmen? Sie hoffen auf die Unterstützung vom Staat.

 

Die Grundschulklassen von 1-8 sind kostenlos. Hochschulen, Universitäten und Privatschulen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

 

Da jetzt die lokalen Kneipen, Gaststätten und Bars wieder geöffnet werden können sind somit Arbeitsplätze gegeben und Geld kann eingenommen werden.

So ist langsam wieder Geld im Umlauf.

 

Suchak, unser kenianischer Vorsitzende vom Heim, versucht alle Kinder wieder zurück ins Waisenhaus zu holen, denn die Versorgung bei den Verwandten ist nicht gut.

 

Wir hoffen, dass er dabei Erfolg hat.

 

Liebe Grüße von Detlev aus Kenia und bleibt gesund