01/2017

 

Liebe Leser!

Ich möchte Ihnen gerne von den letzten Monaten berichten und was in Kenia im Heim passiert ist und wie der aktuelle Stand ist.

Hierfür muss ich nochmal in das Jahr 2015 zurückgehen. In diesem Jahr hat sich ein Kölner Geschäftsmann, Herr Bücher, bei Detlev gemeldet, weil er ähnlich wie er immer Gelder für Kinder eines zum CRSH benachbarten Waisenhauses gesammelt hat. Man hat ihm jedoch 2015 gesagt, er könne die Gelder nochmals zahlen, aber das Heim würde von der Regierung in den nächsten Monaten geschlossen. Er hat sich an Detlev gewandt, weil er von ihm und seiner Arbeit gehört hatte und bat meinen Onkel die Kinder dann nach der Schließung bei uns im CRSH aufzunehmen. Nachdem wir zu diesem Zeitpunkt bereits ein Verein waren haben wir gemeinsam mit Detlev beschlossen, die Kinder aufzunehmen, sofern der Platz vorhanden ist. Soweit ist aber nicht gekommen, da Herr Bücher bei einem Besuch vor Ort in „seinem“ Heim feststellen musste, dass es überhaupt keine Kinder mehr in dem Heim gab. Weil er aber die Gelder bereits eingesammelt hatte, hat er sich mit Detlev ein Projekt ausgedacht, wie die Spenden sinnvoll verwendet werden können.

Zur Debatte standen unter anderem eine Hühnerfarm und Gewächshäuser. Da die Aufzucht der Hühner nicht machbar war, hat man sich für die Gewächshäuser entschieden. Hierfür wurden Herrn Bücher auf dem Grund des CRSH Flächen zur Verfügung gestellt, auf denen die Gewächshäuser errichtetet werden können.

Sinn des Ganzen soll es sein, dass Kinder aus dem Heim lernen Gemüse anzubauen und großzuziehen, um damit ihre Existenz zu sichern und sich selbst versorgen zu können.

Zum Anderen kann das in den „Lerngewächshäusern“ gezogenen Gemüse zur eigenen Versorgung der Kinder im Heim genutzt werden und sollte etwas übrig bleiben, könnten sie es verkaufen und Geld erwirtschaften.

Leider ist es nicht so einfach ein solches Gewächshaus zu betreiben. Es ist fachkundiges Personal notwendig, das sich um das Gemüse und das Gewächshaus kümmert und den Kindern beibringt, wie man die Aufzucht betreibt.

In Kenia ist es allerdings nicht so leicht eine geeignete Person dafür zu finden. Detlev ist daher seit seiner Ankunft im November damit beschäftigt, einen Lehrer zu finden und alle für die Errichtung der Gewächshäuser notwendigen Formalitäten zu erledigen. Dafür ist er oft von Pontius zu Pilatus unterwegs, weil zwar alle das Projekt toll finden, aber keiner so genau weiß wer eigentlich für die ganzen Formalitäten zuständig ist.

Im Moment befindet er sich im Kontakt mit einem afrikanischen Professor, der einen Vorschlag für die Gewächshäuser erarbeiten möchte. Detlev hat vor ein paar Wochen geschrieben, dass der Vorschlag 14 Tage dauern sollte, aber seitdem gab es keine Meldung mehr.

Außerdem wurde bereits einen Kuhstall auf dem Gelände des CRSH errichtet. Geplant war die Anschaffung von 2 Kühen. Aber die Anschaffung sollte wohl überlegt sein, da es nicht sinnvoll ist die Kühe in einer Dürreperiode anzuschaffen, wenn es nichts zu fressen für die Kuh gibt. Dann müsste wieder Futter zugekauft werden und der Nutzen würde sich eher in eine Belastung verwandeln.

Im Moment befindet sich ein Helfer aus Burghausen bei Detlev im Waisenhaus. Er ist seit 11. Januar dort und wird bis Mitte März bleiben. Die beiden sind gerade dabei das Heim etwas zu renovieren, angefangen haben sie mit den Unterbringungen für die Helfer. Es scheint eine mühsame Arbeit zu sein, da das Werkzeug oft nicht so komfortabel ist wie wir es gewohnt sind. Zudem ist es heiß und im Heim fällt regelmäßig der Strom und die Wasserversorgung aus.

Im Februar ist geplant, dass noch zwei weitere junge Männer als Helfer kommen. Die beiden sind aus Hamburg und möchten sich nach ihrem Abitur einbringen.

Auch für August hat sich eine junge Frau gemeldet, die mit ihrer 6jährigen Tochter im Heim helfen möchte.

Ich erhalte doch relativ viele Hilfsangebote und Anfragen. Dadurch dass Detlev jetzt direkt vor Ort ist, können wir das nun doch relativ gut organisieren und die Hilfe wird gern angenommen.

Nachdem im Dezember nun die Ergebnisse der Abschlussprüfungen bekannt gegeben wurden, haben nun 12 Kinder das Heim nach Abschluss der 8. Klasse verlassen.

8 Kinder davon konnten auf die Hochschule geschickt werden. Es handelt sich hier um eine weiterführende Schule mit angeschlossenem Internat. Die Schule dauert nochmal weitere 4 Jahre und die Kosten hierfür betragen pro Kind pro Jahr rund 500 EUR. Detlev hat anhand der in den Abschlussprüfungen erreichten Punkte ausgewertet, wer für den Besuch einer Hochschule geeignet ist. Leider ist es finanziell nicht möglich allen Kindern eine weiterführende Schule zu finanzieren.

Aber um auch einmal zu sehen, dass es sich lohn die Kinder zu unterstützten und was aus einigen von Ihnen geworden ist, habe ich einmal eine kleine Auflistung von einigen Kindern mitgebracht, die sich gut gemacht haben.

Im November haben wir ein weiteres Kind im Heim aufgenommen. Sein Name ist Nicolus und er ist 7 Jahre alt. Seine Mutter konnte ihn nicht mehr versorgen und hat ihn einfach allein in ein Sammeltaxi gesteckt. Als der Fahrer das bemerkte hat er den Jungen zum Jugendamt gebracht und von dort wurde er ist CRSH geschickt.

Nach dem Stand von Anfang Januar 2017 befinden sich nun derzeit 63 Kinder in der Obhut des Heims

Vorausichtlich werden wir demnächst noch 4 weitere Kinder bekommen und ein paar Kinder werden gehen müssen. Die Aufnahmen und Weggänge sind noch nicht genau klar, was daran liegt, dass sich auch die Bestimmungen in Kenia verändert haben. Für jedes Kind müssen die Verwandten dem Heim nun eine Geburtsurkunde vorlegen. Leider hat nicht jedes Kind eine solche Urkunde. Wenn die Verwandten es nicht schaffen, die Urkunde zu besorgen, dürfen die Kinder nicht mehr im Heim bleiben bzw. erst gar nicht aufgenommen werden.

Abschließend möchte ich noch kurz von Detlevs persönlichem Engagement im Heim erzählen.

Er befindet sich ja seit November im Heim und Mitte Dezember gehen die meisten der Kinder während der schulfreien Zeit nach Hause zu Ihren Verwandten. Es gibt allerdings 10 Kinder, die niemanden mehr haben und im Heim bleiben müssen. Mit diesen Kindern hat er gemeinsam das Gelände des CRSH aufgeräumt und nur um einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie wenig die Kenia mit Umweltbewusstsein am Hut haben, möchte ich kurz erwähnen welche Mengen sie zusammengesammelt haben. Innerhalb von nur 1 Stunde hatten sie 8 Schubkarren voll mit Plastik- und Papiermüll gesammelt. Detlev versucht wohl seinen Kampf gegen Windmühlen und will für mehr Sauberkeit sorgen…

Außerdem war er mit den Kindern in Malindi einkaufen, die Kinder wurden neu eingekleidet. Er sieht das als Übung für die Kinder wenn sie nicht mehr in Obhut des Heimes sind und sie für sich selbst sorgen müssen. Er versucht ihnen den Umgang mit Geld näher zu bringen.

Und damit die im Heim gebliebenen Kinder auch eine Freude haben, hat er mittels Spendengeldern von Touristen einen Ausflug für die Kinder organisiert. Obwohl sie ja doch nah am Meer wohnen, kennen viele der Kinder das Meer nicht. Die meisten können nicht schwimmen und haben Angst vor dem Wasser. So hat Detlev einen Ausflug in den TBBC und einen Tag am Strand organisiert. Die Strandjungs haben den Kindern bei Ebbe Kugelfische und Muränen gezeigt, die Kinder durften im Hotel essen.

Ich möchte damit zeigen, wie wohl sich Detlev in Kenia fühlt und wieviel mehr er direkt dort vor Ort tun kann als hier aus der Ferne. Ich möchte damit auch deutlich machen, dass es hier nach wie vor nicht darum geht, was wir als Verein hier tun, sondern dass es immer allein um seine Arbeit in Kenia für die Kinder geht, wofür wir Ihre Unterstützung benötigen. Wir sind lediglich seine Helfer aus der Ferne! Deswegen will ich mich bei allen bedanken, dass Sie alle sein Projekt weiterhin so großartig unterstützen! Vielen Dank!